14.09.2014, Ritschertfest

Die Marktgemeinde Rosegg und Keltenwelt Frög, veranstalten am Sonntag, dem 14.9.2014 ab 11:00 Uhr das traditionelle Ritschertfest in der Keltenwelt Frög. Um 11:00 Uhr erfolgt die offizielle Begrüßung durch den  Bürgermeister der Marktgemeinde Rosegg mit musikalischer Umrahmung des Gemischten Chores Rosegg, anschließend erfolgt der Beginn des Essens von Ritschert und verschiedenen Ritschertvariationen. Für die musikalische Unterhaltung sorgt das Stadl Trio.
Die Besucher erhalten ganztägig freien Eintritt in die Keltenwelt Frög und von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr gibt es einen Handwerksmarkt. Von 11:00 Uhr bis 15:00 Uhr hat das Haus der Kräuter unter Paula Rasinger geöffnet, zum Thema Herbstkräuter gibt es um 14:00 Uhr einen Vortrag von Diätologin Verena Nageler.
Für die kleinen Besucher gibt es auch viele Beschäftigungsmöglichkeiten unter anderem: Kinderrätselrallye, keltisches Kinderprogramm, Naturkreativworkshop.
 Einladung zum Ritschertfest.pdf

 
Logo Landesmuseum Kärnten

Keltische Hauptstädte - Frög als Kärntens erste Haupstadt

Infotafeln über die ersten Hauptstädte
Infotafeln über die ersten Hauptstädte
Am Beginn Ihrer Reise werden Sie noch vor de

m Heranführen an die Weltanschauung der Fröger Herren mit Ihrer eigenen Anschauung konfrontiert. Sie erkennen Klagenfurt als die Hauptstadt Kärntens an? Wissen Sie auch, wieviele Städte eigentlich genau als Hauptstädte dieser beziehungsreichen Region gehandelt wurden?

Um das herauszufinden, haben wir um den Brunnen eine Tafel für jeweils eine von acht Hauptstädten Kärntens errichtet. Frög war demnach die erste Hauptstadt, noch lange, bevor der Einfluss des römischen Reiches eine wirtschaftliche und strategische Veränderung für die Region brachte. Das steigert den Wert Ihrer Reise, Sie befinden sich an der Wurzel des heutigen Kärntners und der heutigen Kärntnerin!

Der Kärntner Zentralraum stellt als Siedlungsraum eine Art zusammenhängende geographische Einheit im Ostalpenraum dar. Die Karnischen Alpen und die Karawanken erscheinen dem Betrachter geradezu als natürliche Grenzlinie. Nach Osten zu bieten sich die Saualm ebenso wie die Koralm als Trennlinie an. Nordwärts lassen die verschiedenen Ketten der Tauern keine klare Grenzlinie erkennen, wenn man den Blick bis in das nördliche Alpenvorland richtet. Großreiche wie das Römische Reich betrachteten zunächst auch den Alpensüdfuss als „natürliche Grenze“, so dass die verschiedenen Talschaften reichlich Raum für die Ausbildung von Stammes-territorien boten, deren Bedeutung wesentlich vom Durchgangsbedarf und der Ausbeutung der vorhandenen Bodenschätze abhing. Dem folgend wurde der gesamte Ostalpenraum zeitweise Teil großer Reiche. Sowohl nach Norden als auch drautalaufwärts Richtung Südtirol sowie drautalabwärts in das Gebiet der ehemaligen Untersteiermark (Stajerska)  bzw. mit Blick auf das Lavanttal und die Steiermark wurden die Grenzen immer wieder verschoben. Demgegenüber darf das Drautal zwischen Spittal und Völkermarkt als Kernraum Kärntens bezeichnet werden. Innerhalb dieses rund 100 km langen Streifens lag zwischen Klagenfurt und Altfhofen eine begünstigte Beckenlandschaft, die das Klagenfurter Feld, das Zollfeld und das Krappfeld umfasst und St. Veit zum Mittelpunkt hat; dem ist ostwärts das Jaunfeld anzuschließen.

Grenzen wurden in antiker Zeit nicht als Demarkationslinien empfunden. Kulturkontakte prägten immer schon das Zusammenleben der Menschen in Grenzräumen, gaben ihnen eine Art Brückenfunktion zwischen unterschiedlichen Kulturen und Staaten. Für die Masse der Menschen war nicht die Staatszugehörigkeit von Bedeutung, sondern die Art und Höhe der Abhängigkeit vom jeweiligen Grundherren. Die Menschen nahmen Unterschiede wohl in der Sprache und in der Religion war, nicht aber in ihrer Bekleidung, die nicht regionale Besonderheiten, sondern nur den gesellschaftlichen Stand ihres Trägers zum Ausdruck brachte. Wechselnde politische Verhältnisse, ob auf Grund von europäischen Ereignissen oder von politischen Veränderungen im Ostalpenraum, brachten verschiedenste Änderungen ins Land. Dabei handelt es sich um technische und kulturgeschichtliche Erneuerungen wie neue Religionsvorstellungen oder neue Sprachen. Es kam wiederholt zur Bildung neuer Staaten und damit verbunden zu Grenzverschiebungen und zur Verlagerung der zentralen Herrschaftsorte. Geschichtliche Betrachtung führt so gesehen vielfältigen Wandel vor Augen und zeigt, dass die Zeit nie stehen geblieben ist. Anhand der Verlagerung der „Hauptstadt“ soll dieser Wandel in Kärnten beispielhaft erörtert werden. Dabei ist der Stadtbegriff für gewisse Perioden selbstredend nur mit Vorbehalt anzuwenden, meint jedenfalls einen Herrschaftssitz mit zentralörtlicher Funktion und damit das politische Zentrum des Landes. Diesen Siedlungen dürfte protourbaner Charakter zuzuschreiben sein.

Dank eines aufwendigen Grabbrauches, der auf Ahnenverehrung und Heroisierung der Toten ausgerichtet war, lässt sich anhand der archäologischen Funde für die Eisenzeit erstmals ein Zentralort in Kärnten erkennen. Die Hügelgräber von Frög erweisen den Burgberg von Rosegg als derweil älteste nachweisbare „Hauptstadt“ Kärntens, deren Gründung in das 9. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Der Burgberg von Rosegg erfüllte jene Kriterien, die damals für Errichtung einer herrschaftlichen Siedlung als maßgeblich eingeschätzt wurden. Die haubenförmige Kuppe war gut zu befestigen, lag unmittelbar an einem schiffbaren Fluss, der Drau, und in strategisch und verkehrsgeographisch günstiger Lage. Wie weitere, vermutlich ebenso befestigte und den Herren  von Rosegg untergeordnete Höhensiedlungen bzw. Vorposten am Tscheltschnigkogel über Warmbad Villach und auf dem Burgberg von Landskron anzeigen, wurde im Vorfeld von Rosegg der Villacher Raum völlig kontrolliert. Der schräge Durchgang entlang des Ossiacher Sees nach St. Veit zu den Salzlagerstätten von Hallstatt wurde ebenso überwacht wie der Zugang ins Drau- und Gailtal. Nur im Einvernehmen mit den Herren von Rosegg konnte man also den Ostalpenraum durchqueren bzw. erhielt hier gegen „Geschenke“ (Tribut) das dazu erforderliche Geleit. Zudem dürften die berühmten Bleifiguren aus dem Gräberfeld von Frög anzeigen, dass die Herren von Rosegg sich auch auf den Gütertausch mit Blei verstanden. Inwieweit sie auch den Eisenabbau um Hüttenberg kontrollierten oder dieser in den Händen der im weststeirischen Sulmtal nachgewiesen und im Rang noch höherstehenden Herren von Kleinklein lag, ist unbekannt, ebenso wie deren mögliche Oberherrschaft über den Kärntner Raum. Wahrscheinlich existierte schon damals in Mittelkärnten der Stamm der Noriker. Die schillernden Grabbeigaben aus Frög zeigen jedenfalls eine herrschaftliche Hofhaltung auf europäischem Niveau an und lassen regelmäßige weit reichende Kontakte der Herren von Frög zu den Kelten nördlich der Alpen, zu namentlich unbekannten Stämmen im mittleren Donauraum sowie nach Ober- und Mittelitalien zu den Venetern und Etruskern erkennen. Mit dem, vielleicht durch Vorstöße skythischer Reitervölker aus den Steppen Asiens um 550 v. Chr. ausgelösten oder mit verursachten Untergang vieler Herrschaftsorte der älteren Hallstattkultur im Ostalpenraum verlor Rosegg seine herrschaftliche Rolle.

Als neuer herrschaftlicher Ort zeichnet sich unter den bis heute bekannten archäologischen Fundplätzen der Lamprechtskogel bei Mittertrixen, nördlich von Völkermarkt, ab. Sein Aufschwung kann nur in einem engem Zusammenhang mit der Nutzung der Eisenerzlagerstätten um Hüttenberg erklärt werden. Während das Gräberfeld des „Hofstaates“ am Rücken von Führholz in seiner äußeren Erscheinung gegenüber den Hügelgräbern von Frög bescheidener erscheint, künden die beiden Großgrabhügel von Waisenberg von besonders mächtigen Herrschern, die man als antike Kleinkönige (reguli) und damit als Sakralkönige bezeichnen darf. Es handelt sich um die größten Grabbauten auf Kärntner Boden, vermutlich zwei Hügelgräber mit rund 40 m Durchmesser und 12 m Höhe. Sie datieren in die Zeit bald nach 500 v. Chr. und zeigen Kulturkontakte zum etruskischen Italien, zu den Kelten nördlich der Alpen und zu den skythisch geprägten Kulturgruppen im mittleren Donauraum.

Als am Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. Gruppen keltischer Krieger auch in den Ostalpenraum vordrangen, wandelten sich erneut die innenpolitischen Verhältnisse in Kärnten. Während die herrschaftliche Siedlung am Lamprechtskogel vermutlich in Schutt und Asche aufging, jedenfalls als Herrschaftsort verlassen wurde, nahm die seit Jahrhunderten auf der Gracarca am Klopeiner See bestehende Höhensiedlung einen ungeahnten Aufschwung. Kostbare Kleinfunde, wie aufwendig gestaltete Reiteraccessoirs, zeigen ebenso wie Spuren intensiver Bronze- und Eisen-verarbeitung deren wirtschaftlich Potenz. Damit sollte eine erhebliche politische Bedeutung der Gracarca-Siedlung zu verbinden sein. Aus archäologischer Sicht ist sie derweil die einzige Höhensiedlung in Kärnten, die im Zusammenhang mit der Noreia-Diskussion genannt werden kann. Dafür spricht auch, dass das weitläufige Areal zur Zeit der Machtübernahme der Römer in Noricum verlassen wurde. Zur Staatsform des keltischen Noricum, das einen vorkeltischen Namen übernahm, gibt es römische Quellen. Demnach regierten im frühen 2. Jahrhundert v. Chr. „seniores“, ein Adelsrat aus den Stammesältesten, wie er für eine Adelsrepublik typisch ist. Der in Mittelkärnten ansässige Stamm der Noriker hatte die Vorherrschaft im norischen Stammesbund, der so gesehen als Stammesreich erscheint. Wenig später ist von norischen (Klein)Königen die rede, die auch südlich der Karawanken Verbündete hatten. Ihnen war es gelungen, wiederum das Königtum einzuführen. Die Ausdehnung des regnum Noricum nordwärts in Richtung Donau ist nach wie vor nicht wünschenswert festzulegen.

Die Römer besetzten im Jahre 15 v. Chr. das Land. Einmal mehr musste der bestehende, diesmal keltische Adel entscheiden, ob er sich mit den neuen Machthabern arrangierte oder den aussichtslosen Widerstand und damit den persönlichen Untergang  riskierte. Im eroberten Gebiet richteten die Römer bereits unter der Regierungszeit des Kaisers Tiberius – und nicht, wie lange Zeit vermutet wurde erst unter Kaiser Claudius – die Provinz Noricum ein. Am Magdalensberg, wo die Römer um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. eine Handelsstation (Emporium) eingerichtet haben, zeugen davon entsprechende Neubauten für die zivile und militärische Verwaltung. Sie setzen auf Schuttschichten auf, die mit einem wahrscheinlich ins Jahr 9 datierenden Erdbeben zusammenhängen. Zu nennen sind ein Tempel für die Staatsgötter Roma und Augustus und eine Marktbasilika mit Tribunal; dazu kommt eine kaiserliche Goldschmelze. Von den Besatzungstruppen zeugen Grabinschriften und Kleinfunde. Ein Prokurator besorgte als Statthalter anstelle des Kaisers die Verwaltung der Provinz. Ihm oblagen insbesondere die Finanzverwaltung, die Wirtschaft, die Rechtsprechung und die Rekrutierung von Hilfstruppen.

Um das Jahr 50 v. Chr. wurde die Hauptstadt vom Magdalensberg in das Zollfeld verlagert und dort als „Municipium Claudium Virunum“ neu errichtet. Die Reißbrettstadt verfügte über zahlreiche prunkvoll gestaltete öffentliche Bauten, von denen Spolien im Umfeld zeugen. Ostseitig, am Hang in Richtung Töltschach, verfügte sie über wichtige „Freizeitanlagen“, ein Theater und ein Amphitheater. Dort wurden zudem die Reste des Statthalterpalastes und ein Militärlager identifiziert. Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde der Sitz des Statthalters im Zuge der umfassenden Reichsreform unter Kaiser Diocletian im Jahre 293 von Virunum (Zollfeld) nach Celeia (Celje) im heutigen Slowenien verlegt, die Provinz zugleich in einen nördlichen und in einen südlichen Teil getrennt. Virunum jedenfalls begann zu verfallen, wie sich zuletzt beispielhaft am Militärlager und am Amphitheater gezeigt hat, die am Ende des 3. bzw. im frühen 4. Jahrhundert aufgelassen wurden. Während jener 250 Jahre, während der Virunum die Hauptstadt Noricums war, erlebte das Land eine wirtschaftliche Blütezeit inmitten einer innerhalb des Römischen Reiches stabilen Zone. Dies änderte sich mit dem Beginn der Spätantike durch die vielseitigen Bedrohungen Roms.

Celeia lag an der sog. Bernsteinstraße, der römischen Militärstraße, die von der bedeutenden Hafenstadt Aquileia an die Donau führte und deshalb in dieser Gegend von enormer strategischer Bedeutung für Rom war. Die Stadt wurde ummauert und prächtig ausgestaltet. Im Jahre 408 weilte sogar Kaiser Honorius dort, um mit dem germanischen Heerführer Alarich Verhandlungen über die Tributverpflichtungen der beiden norischen Provinzen zu führen. Hundert Jahre später wurde aus nicht näher bekannten Gründen, wohl wegen seiner exponierten und zunehmend unsicheren Lage, der Sitz des (binnen)norischen Statthalters erneut verlegt, diesmal tief ins Alpeninnere, nach Teurnia bei Spittal an der Drau. Wie Virunum und Celeia hatte Teurnia unter Kaiser Claudius das Stadtrecht erhalten. Nunmehr, nachdem das Christentum eben zur Staatsreligion erhoben worden war, erlebte Teurnia auch als Bischofssitz eine bedeutende Zeit, fand auch in der Vita des heiligen Severin Erwähnung. Im Jahre 467 versuchten die Ostgoten durch die Einnahme der Hauptstadt – metropolis Teunria – zugleich die gesamte Provinz zu erobern, doch schlug das Unternehmen fehl. Den Bischöfen von Teurnia kam zunehmend eine politische und militärische Führungsrolle zu, sie standen auch an der Spitze von Milizverbänden. Während der Ostgotenherrschaft (493–536/537), die ein letztes Mal stabile römerzeitliche Lebensbedingungen in (Binnen)Noricum schaffen sollte, residierte neben einem rangniedrigeren Statthalter auch der zuständige Grenzgeneral in Teurnia. Während der fränkischen und byzantinischen Herrschaft in Noricum dürfte Teurnia weiterhin die bedeutendste zivile Stadt in (Binnen)Noricum geblieben sein, ehe es im ausgehenden 6. Jahrhundert zerstört und weitgehend verlassen wurde.

Der neue Staat Karantanien, den zugewanderte Slawen unter Einbeziehung der vorhandenen ethnischen Gruppen bald darauf schufen, hatte ähnliche Grenzen wie (Binnen)Noricum. Es gab keine Residenzstadt und die Versuche, das Zentrum Karantaniens in der Moosburg oder in der Karnburg zu erkennen, finden bis heute keine archäologische Untermauerung. Auch als Teil des karolingischen Ostlandes verfügte Kärnten nach dem Verlust der Eigenständigkeit über keine „Hauptstadt“. Die Grafen waren Verwalter der Königsgüter und unterstanden einem Präfekten, eine Funktion, die auch „Arnulf von Kärnten“ inne hatte. Das blieb auch nach der Erhebung zum Herzogtum, das in keiner Weise mit einem entsprechenden Landesbewusstsein gleichzusetzen ist, im Jahre 976 so. Die Herzöge stammen aus verschiedenen Häusern  und manche von ihnen haben Kärnten nicht einmal betreten! Erst im 12. und 13. Jahrhundert begann im Deutschen Reich in Anlehnung an das Römische Reich wieder eine Form der staatsrechtlichen Organisation zu greifen, die auf Fürsten mit Landesbezug aufbaute. In Kärnten begann Herzog Hermann von Spanheim (1161–1181) seine herzogliche Macht dahingehend auszubauen. Die Verwaltung und Verteidigung des Landes basierte auf dem niederen Adel (Ministerialen), der das Land mit Burgen überzog. Der Hof St. Veit wurde zum „herzoglichen“ Markt erhoben, ebenso wie Klagenfurt. Seine Gegenspieler mit reichsfürstlichem Charakter, die Bischöfe von Salzburg und Bamberg, gründeten in Friesach und Villach Marktorte. Märkte und Städte entstanden als Zentren herzoglicher Macht und festigten die territoriale Herrschaft. In ihnen erblühten Gewerbe und Handel. Städte waren ummauert, hatten ein eigenes Besitzrecht und die Verpflichtung zur Selbstverteidigung. Der Stadtrichter vertrat den Stadtherren, der das Stadtrecht verlieh. Politische Bedeutung kam ihnen freilich zunächst nicht zu.

Nicht einmal Herzog Bernhard von Spanheim (1202–1256) gelang es, das Herzogtum in eine Territorialherrschaft mit uneingeschränkter Landeshoheit umzugestalten, wie dies beispielsweise in der Steiermark geschah. Das sollte sich in Kärnten erst im Laufe des 15. und frühen 16. Jahrhunderts ändern. St. Veit erscheint im Jahre 1224 erstmals als Stadt, weitere herzogliche Städte in Kärnten waren Klagenfurt und Völkermarkt sowie Bleiburg. St. Veit wurde unter Herzog Bernhard Sitz des herzoglichen Gerichts und verschiedener Beamter, ringsum wohnten Ministerialen in einem Ring von Burgen. Die Residenzstadt mit der herzoglichen Burg erfuhr auch einen kulturellen Aufschwung und zog Künstler an. Seit 1205 gab es in St. Veit zudem eine herzogliche Münzstätte. Eine besondere Blütezeit erlebten im 15. Jahrhundert vor allem Villach und St. Veit Dank der nahegelegenen Bergbaue auf Blei und Eisen. Damals begannen sich in Kärnten die Landstände – Vertreter aller adeliger Familien mit Grundbesitz und der hohen Geistlichkeit sowie, mit eingeschränkten Rechten, der Städte und Märkte – gegenüber der landesfürstlichen Verwaltung als Territorialherren zu formieren. Sie traten neben dem Herzog als Vertreter des Landes auf und bestellten aus ihrer Mitte einen Landeshauptmann. Kärnten wurde „landschaftlich“ und damit nicht von einem Landesfürsten regiert.

Auf deren Bitte schenkte Kaiser Maximilian der Kärntner Landschaft im Jahre 1518 die wenige Jahre vorher abgebrannte landesfürstliche Stadt Klagenfurt. Dem ging voraus, dass die Bürger von St. Veit einem landständischen Heer den Eintritt in die Stadt verweigert hatten. Die Kärntner Landschaft suchte nach einer Residenzstadt und verpflichtete sich, Klagenfurt wieder aufzubauen und zu befestigen. Dazu sollte finanziell gesehen auch die Verlegung der Münzstätte nach Klagenfurt beitragen. Der Baumeister Domenico dell’Allio aus Lugano schuf eine moderne, von einem Wassergraben umgeben Renaissancestadt, deren Ausbau sich bis 1591 hinziehen sollte. Ihre Straßenzüge, Plätze und Paläste prägen noch heuet das Erscheinungsbild des Stadtzentrums. Dazu zählt auch das im Jahre 1594 fertiggestellte Haus der Landstände, das im Großen Wappensaal die Wappen der Landstände zeigt. Es beherbergt heute den Kärntner Landtag. Im Zuge der Reformen Kaiser Josephs II. wurden die Landesbehörden 1782 nach Graz verlegt und Klagenfurt sank zur Kreisstadt ab. Erst im Zuge der Revolution des Jahres 1848 nahm erneut ein Landtag, nunmehr frei gewählt, seinen Sitz in Klagenfurt, die Stadt selbst erhielt ein eigenes Statut. Lässt man die genannten Unterbrechungen außer Acht, so ist Klagenfurt gewissermaßen die mit Abstand am längsten bestehende Hauptstadt Kärntens.

Literaturhinweise
C. Fräss-Ehrfeld, Geschichte Kärntens. Band 1: Das Mittelalter (Klagenfurt 1984).
W. Deuer, Das Landhaus zu Klagenfurt (Klagenfurt 1994).
G. Dobesch, Der Raum Kärnten und die Ostalpen in der Welt der Antike. In: Carinthia I 185, 1995, S. 45–67.
R. Rollinger, Raetiam autem Vindelicos ac Noricos Pannoniamque et Scorsdicos novas imperio nostro subiunxit provincias. Oder: Wann wurde Raetien (einschließlich Noricums und Pannoniens) als römische Provinz eingerichtet? In: P. W. Haider/R. Rollinger (Hrsg.), Althistorische Studien im Spannungsfeld zwischen Universal- und Wissenschaftsgeschichte. Festschr. F. Hampl (Stuttgart 2001) S. 267–316.
V. Gassner/S. Jilek/S. Ladstätter, Am Rande des Reiches. Die Römer in Österreich (Wien 2002).
H.-D. Kahl, Die Karolingerpfalz Karnburg. In: Ch. Hesse/B. Immenhauser/O. Landolt/B. Studer (Hrsg.), Personen der Geschichte – Geschichte der Personen (Basel 2003) S. 365–392.
R. Jernej/Ch. Gugl (Hrsg.), Virunum. Das römische Amphitheater (Klagenfurt 2004).
P. Gleirscher, Hügelgräber und Herrschaftsbereiche im Ostalpenraum. In: Arheol. vestnik 56, 2005, S. 415–428.