Römersteine aus der Drau - Verbindung zu anderen Kulturen
Im Jahre 2003 kamen bei Bauarbeiten an der Draubrücke bei Rosegg mehrere Römersteine ans Licht. Bei den Marmorstücken handelt es sich zum einen um Elemente monumentaler Grabbauten vornehmer Familien und zum anderen um einen Weihealtar. Die Römersteine dürften aus der Römerstadt Teurnia (St. Peter in Holz bei Spittal/Drau) stammen und mit einem Lastenkahn gesunken sein. Sie datieren ins spätere 1. und 2. Jahrhundert nach Christus.Diener mit Schreibtäfelchen. Das Motiv des Schreibers findet sich an norischen Grabbauten ebenso häufig wie Opferszenen. Der zur Mitte des Grabbaues hin gewandte Jüngling mit kurzem lockigem Haar trägt ein langes Hemd (sog. kurze Tunika) mit Gürtel. In der rechten Hand hält er einen Griffel (stilus), in der linken das Schreibtäfelchen (diptychon). Es handelt sich also um einen Schreiber (librarius). In den Grabbau einer hochrangigen Familie integriert wird mit dem Schreibermotiv bzw. die damit zum Ausdruck gebrachte Buchführung das wohlbestallte Haus symbolisiert.
Diener mit kleinem Laubmesser. Wesentlich seltener wurde das Motiv von Dienern bei der Arbeit zur Ausschmückung von aufwändigen Grabbauten verwendet. Der zur Mitte des Grabbaues hin gewandte Jüngling trägt ein langes Hemd (sog. kurze Tunika) mit Gürtel; sein Haar ist in gleichmäßige Strähnen gegliedert. In der rechten Hand hält er ein kleines Laubmesser (roncola), ein Laub- oder Rebmesser. Sie dienten in Weinbaugebieten zur Weinlese, darüber hinaus als vielseitige Gartenmesser. In Verbindung mit der Dienerfigur wird am Grabmonument die Bedeutung der Landwirtschaft für den Reichtum der Familie zum Ausdruck gebracht.
Die Römersteine