Bitte, Ruhe am Set - Kamera läuft!!
Geschichte muss spannend sein! In diesem Sinne ist die Keltenwelt Frög bemüht, das Interesse an der Besiedelung des Südkärntner Raumes und der Region Alpe-Adria zu wecken. Die Frühgeschichte unserer Kultur soll sicht- und erlebbar gemacht werden. Reenactment meint "living history" und beruht auf einer möglichst authentischen Geschichtsdarstellung. Dies betrifft die Rekonstruktion von Alltag, Kulinarik, historischem Handwerk, Kleidung, Schmuck, Waffen, kriegerischen Handlungen und Kult. Diese Geschichtsdarstellung basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und schließt die Zusammenarbeit zwischen historisch gebildeten Laien und der Wissenschaft ein. Die Keltenwelt verbindet in diesem Zusammenhang eine Kooperation mit dem Landesmuseum für Kärnten. Univ.-Doz. Dr. Paul Gleirscher und Dir. Mag. Erich Wappis unterstützen uns bei diesem Vorhaben. Ganz besonders gedankt sei an dieser Stelle Werner Freudenberger, der uns bereits zum zweiten Mal für eine spannende ORF-Dokumentation als historische Darsteller vor die Kamera geholt hat!!!
16. März 2009 - Noch einmal zurück …
Dreh in der Keltenwelt Frög
Unsere Erfolgsstory als Keltendarsteller begann im März 2009. Werner Freudenberger vom ORF-Landesstudio Kärnten hat mit seiner Filmdokumentation „Noreia – Atlantis der Berge“ auch die Keltenwelt Frög besucht. Im heiligen Hain der Noreia sollte ein Opferritual nachgestellt werden. Fachliche Unterstützung kam von Dr. Paul Gleirscher vom Landesmuseum für Kärnten. Mit keltischer Gewandung und weiteren Darstellern half der Stamm der Alaunis vom Dürrnberg bei Hallein aus.
Als „Neo-Schauspieler“ passierten uns natürlich so manche Patzer und nicht selten übersahen wir in der Dunkelheit am Boden ausgelegte Markierungsstöcken und strapazierten so die Nerven von Kameramann Heribert Senegacnik wohl ein bisschen!?
Nach der Vorpremiere des Österreichbildes „Noreia – Atlantis der Berge“ im Landesmuseum für Kärnten gingen wir als professionelle Keltendarsteller nach Hause und fieberten der Fernseh-Ausstrahlung am 5. April 2009 entgegen!!
Die Gerüchte …
Als heuer im April von Dr. Paul Gleirscher (Landesmuseum für Kärnten) die Mitteilung kam „Der Freudenberger macht wieder was …“ ging eine gewisse erwartungsfrohe Hektik los. Erste Informationen – über „Götter und Berge“ sickerten durch und dann hieß es „ein Dreh auf der Gurina - als Römer!!“ - Werner Freudenberger arbeitet an einem Film über religiöse Orte der Antike von Aquileia bis zum Großglockner. Tja, da waren wir also wieder im Spiel, aber als Römer!? Waren wir denn überhaupt in der Lage, als ordentliche Römer aufzutreten? In dieser etwas verzwickten Situation bestätigte sich ein weiterer Drehort, nämlich jener am Dobratsch, aber diesmal als Kelten!
Die Tatsache …
Österreichbild „Götter der Berge“, 3. Juni 2010 ORF2 17:05 Uhr
(WH 4. Juni 2010 um 12:05 Uhr)
Überall auf der Welt galten früher die hohen Berge als Sitz der Götter und als möglicher Weg zu den himmlischen Mächten. Eine Reihe dreitausend Jahre alter Opferplätze auf markanten Berggipfeln stellt dies eindrucksvoll unter Beweis. Dort hatte man Früchte des Feldes und präparierte Haustiere verbrannt, um sie im aufsteigenden Rauch den Göttern zuzuführen. Die Opferplätze erreichen in monumentalen Steinpyramiden ihren baulichen Höhepunkt. Im Schutt der Opferplätze finden sich auch schillernde Votivgaben, an denen man die Entwicklung vom kollektiven Stammeskult zum römischen Tempel nachvollziehen kann, von der namenlosen Gottheit bis hin zur der Göttin oder dem Gott der Römer. Eine spannende Reise entlang der Südseite der Alpen auf der Suche nach ehemals wichtigen Opferplätzen, die heute zum Teil mit Heiligen aus dem Christentum in Verbindung gebracht werden.
Gestaltung: Werner Freudenberger
Kamera: Heribert Senegacnik
10. Mai 2010 - Kamera läuft …
Dreh auf der Gurina beim Herkulestempel
Gleich einer Walfahrt erklommen wir zukünftigen Römerinnen den Berg traditionell zu Fuß, während Römer und das ORF-Team – ob der schweren Ausrüstung – das Automobil vorzogen.
Wie heißt es so schön im Leben - mit Improvisation kann man einiges bewegen!! Paul Gleirscher verwandelte uns aus dem Fundus des Magdalensberges und dem Privatbesitz von Dir. Erich Wappis in „Römer-und-Innen“.
Der Wettergott hatte ein Einsehen und bescherte uns einen sehr magisch-bläulichen, abendlichen Wolkenhimmel. Das lodernde Holzfeuer am Berg, der Duft von Weihrauch, flackernde Kerzen und das Ambiente im Tempel des Herkules machten die Filmaufnahmen zu einem Erlebnis der Extraklasse!
12. Mai 2010 - Kamera läuft …
Dreh am Dobratsch
Auch an diesem Abend meinte es der Wettergott abermals gut mit uns, wenngleich die Temperaturen auf der Rosstratte etwas zu wünschen übrig ließen. Dennoch, es regnete nicht, dem Wind würden wir – Kelten - schon trotzen! Nahe dem Nullpunkt streiften wir - unter freiem Himmel - unsere historischen Gewandungen an und tauchten in eine längste vergangene Zeit ein.
Auch hier am Dobratsch wurde den Göttern geopfert: ein Bock, Früchte des Feldes und natürlich der Trank. Mit dem Auflodern der Flammen, der heranziehenden Dunkelheit, der Nähe zum Himmel erfuhr die gesamt Szenerie etwas absolut magisch-gruseliges. Dieses Gefühl ist sehr schwer in Worte zu fassen. Obwohl wir das Ritual lediglich nachstellten, bewegten wir uns zwischen innerer Zufriedenheit und totaler Aufgewühltheit. Näher konnte wir den „Göttern der Berge“ wohl nicht kommen?
Die Darsteller: Susanne Schlager, Iris Schmidt, Franz König, Walter Rauter, Martin Mesotitsch, Martina Zeleny.