24. Mai 2012, Literatur im Museum

Was? Literatur im Museum "Lesung von Alois Hotschnig"
Wann? 24. Mai 2012, Beginn: 20:00 Uhr
Wo? Keltenwelt Frög
Veranstalter: Keltenwelt Frög und Kulturverein Peter Markovic

Die Keltenwelt Frög verantaltet gemeinsam mit dem Kulturverein Peter Markovič unter dem Titel "Kultur im Museum"eine Lesung von Alois Hotschnig.
Als Unkostenbeitrag wird von den Besuchern ein "Literatur-Fünfer" eingehoben.


 Alois Hotschnig - Zur Person:
Alois Hotschnig (geb. 3. Oktober 1959 in Berg/Drautal/Kärnten) ist ein österreichischer Schriftsteller.
Hotschnig studierte Medizin (ohne Abschluss), Germanistik und Anglistik an der Universität Innsbruck. Seit 1989 lebt er als freier Schriftsteller in Innsbruck. Er ist Verfasser von erzählender Prosa, Gedichten, Theaterstücken und Hörspielen.
Hotschnig ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und der IG Autorinnen Autoren.
 
Auszeichnungen, Preise, Stipendien
1989 Literaturförderungspreis des Landes Kärnten
1992 Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt
1993 Anna-Seghers-Preis der Berliner Akademie der Künste
2002 Italo-Svevo-Preis
2002 Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für Erzählende Dichtung
2003 Österreichischen Förderpreis für Literatur
2004 Leopold-Figl-Preis
2004 Aufenthaltsstipendium der Villa Concordia in Bamberg
2007 Tiroler Landespreis für Kunst
2008 Erich-Fried-Preis
2009 Anton-Wildgans-Preis

Werkschau:
Aus, Erzählung, Frankfurt am Main 1989
Eine Art Glück
Erzählung, Frankfurt am Main 1990
Augenschnitt
Hörspiel
Leonardos Hände, Roman, Hamburg [u.a.] 1992
Absolution
Drama, Köln 1994
Ludwigs Zimmer
Roman, Köln 2000
Ich habe einen Menschen gestohlen
Bamberg 2005
Die Kinder beruhigte das nicht
9 Erzählungen, Köln 2006, und Innsbruck 2009 
Im Sitzen läuft es sich besser davon
Erzählungen, Köln 2009,


 

Im Sitzen läuft es sich besser davon
Erzählungen, 2009 (erschienen bei Kiepenheur & Witsch)
Auch in seinem neuen Erzählband geht es Alois Hotschnig um Existenzielles – und um das Komische daran. Mit Freude am absurden Dialog, großem Sprachwitz und entschlossener poetischer Verdichtung zeigt er Menschen in mannigfaltigen Verstrickungen und zieht den Leser mitten in diese hinein. Katja Lange-Müller, die die Laudatio zur Verleihung des Erich-Fried-Preises 2008 hielt, sagt über ihn: Jede seiner Zeilen, jedes Wort und jedes Satzzeichen beweisen mir, dass sich seine Schreibenergie aus dem Bedürfnis speist, unser so bewegtes, mitunter auch bewegendes Sein ergründen zu wollen. Tatsächlich setzt Alois Hotschnig in seinen Geschichten unserer von Zufällen geprägten Welt das Zwingende entgegen. Kein Wort zu viel, keine Eindeutigkeiten, genauer Blick auf seine Figuren – und reichlich Zwischentöne, die seine Geschichten zum Klingen bringen. Mit dieser Sprach- und Schreibpräzision gelingt es ihm, das Zwanghafte einzufangen, Absurditäten und Aporien zu zeigen und Mitgefühl für Menschen zu mobilisieren, die nicht anders können, obwohl sie gern anders wollten. Zum Beispiel das gealterte Ehepaar, das sich in der Erzählung Die großen Mahlzeiten darüber zu verständigen sucht, wer wann wie viel von welchem Medikament zu sich nehmen muss und was daraus für ihren Alltag folgt. Oder die Dörfler, die sich den Attacken des von seinen Haltern geliebten Hundes Karl ausgesetzt sehen und irgendwann feststellen müssen, dass seinen Bissen heilende Kräfte innewohnen – woraufhin er nicht mehr beißen mag. Nach seinem hochgelobten Erzählband Die Kinder beruhigte das nicht hat Hotschnig die Tonart gewechselt und eine Freude am grotesken Humor entwickelt, der die Beklemmung durch das Lachen sprengt.

Bilder: Thomas Böhm